Datenquellen in BI verbinden: So führst du interne und externe Daten sinnvoll für BI zusammen

Von der Bestandsaufnahme über Datenstrukturen bis zur zentralen Analysebasis. Ein Leitfaden für Teams ohne eigene IT.

9 min Lesezeit15. März 2026Daten & KPIs2.2Paul Zehm

Website, Social Media, Umsätze, Kosten, E-Mail-Öffnungsraten, Stoßzeiten: Die meisten Unternehmen haben sehr viele nützliche Daten vorliegen. Plattformen und Software wie Social Media, CRM, ERP, etc stellen diese Daten problemlos bereit. Zusätzlich werden häufig zusätzlich manuell in Tabellen oder automatisch über interne Lösungen erfasst.

Aber die Daten sind häufig über Abteilungen und Systeme verstreut. Ein Verzeichnis der Daten, eine zentralisierte Datenbasis und Lösungen zum visualisieren und analysieren dieser Daten fehlt häufig. Das führt dazu das niemand weiß welche Daten wo existieren. Es entstehen manuelle Aufbereitungen, widersprüchliche Interpretationen und Entscheidungen auf Basis unvollständiger Informationen.

Datenintegration löst genau dieses Problem: Sie verbindet die relevanten Quellen zu einer zentralen Analysebasis, aus der sich verlässliche Dashboards und Berichte ableiten lassen.


Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie du deine Datenquellen identifizierst, bewertest und sinnvoll zusammenführst. Er richtet sich an Teams, die ihre Datenlandschaft zugänglich, nutzbar und skalierbar machen wollen. Ohne eigenes Data-Engineering-Team.

Der Fokus des Artikels liegt nicht in Details technischen Verbindung. Es geht um Vorarbeit und Gesamtbild: Klarheit über eigene Datenstrukturen schaffen, Prioritäten setzen und die Dateninfrastruktur zuverlässig und mit wenig Betriebsaufwand betreiben.


Methoden für die Integration von Daten im Überblick

Das sind die typischen Wege, wie Daten zwischen Systemen übertragen werden:

MethodeAutomatisierungBeschreibungGeeignet für
Nativer Konnektor (OAuth oder PAT)VollautomatischEinmaliges Authentifizieren durch Login oder Eingabe eines Zugriffscodesexterne Systeme z.B. Social Media, Webanlytics, Buchhaltungsoftware, CRM
API-AnbindungAutomatisierbarTechnische Einrichtung einer Brücke zwischen SystemenSysteme mit dokumentierter API z.B. interne erstellte Softwarelösungen
Datei-Import (CSV/XLSX)ManuellHochladen von CSV/XLSX DateisätzenJegliche CSV/XLSX Tabellen
DatenbankanbindungAutomatisierbarEinmaliges Authentifizierung oder technische EinrichtungEigene Datenbanken, Data Warehouses

Native Konnektoren sind am unkompliziertesten. Sie bieten eine vorgefertigte Verbindung zu gängigen Plattformen: Google Analytics, Google Ads, CRM-Systeme, Shop-Systeme und quasi alle großen Plattformen oder mondernen Softwarelösungen.

Die Einrichtung erfordert meist nur eine Authentifizierung und ggf. eine Auswahl der gewünschten Daten. Aktualisierung, Bereinigung und Schema-Zuordnung laufen automatisiert. Welche Konnektoren eine BI-Lösung mitbringt, ist ein wichtiges Auswahlkriterium (siehe BI-Software auswählen).

API-Anbindungen kommen zum Einsatz, kein nativer Konnektor verfügbar ist, das Quellsystem aber eine dokumentierte Schnittstelle bietet. Die Einrichtung ist technisch aufwendiger und erfordert Entwickler-Arbeit. Der klare Vorteil: Auch eigene interne Systeme lassen sich so automatisiert anbinden.

Dateibasierte Importe (XLSX, CSV) bleiben für Quellen ohne API oder Konnektor. Das betrifft häufig Buchhaltungsexporte, Budgetplanungen oder historische Daten. Der Import ist einfach, aber nicht automatisiert: Die Datei muss regelmäßig aktualisiert und neu hochgeladen werden.

Typische Datenquellen und wie sie angebunden werden

Um eine einheitliche Dateninfrastruktur zu schaffen, müssen meistens verschiedene Typen von Datenquellen angebunden werden. Automatisierte Integrationen sind sehr praktisch, aber auch manuelle Im- und Exporte sind in wenigen Klicks gemacht.

Externe Plattformen und Softwares

Darunter fallen alle cloudbasierten Dienste, die ein Unternehmen nutzt: Webanalyse (z. B. Google Analytics), Werbeplattformen (z. B. Google Ads), CRM-Systeme (z. B. HubSpot), E-Commerce-Plattformen (z. B. Shopify) und Newsletter-Tools.

Diese Systeme bieten in der Regel Programmierschnittstellen (APIs), über die Daten automatisiert ausgelesen werden können. Viele BI-Anwendungen haben dafür vorgefertigte Konnektoren, sodass die Verbindung und automatisierte Datenübertragung in wenigen Klicks möglich ist.

Interne Systeme

ERP-Software, Buchhaltungslösungen, Warenwirtschaftssysteme oder branchenspezifische Fachanwendungen gehören häufig in diese Kategorie. Die Integrationsfähigkeit variiert stark: Manche bieten offene APIs, andere erlauben nur den Export als Datei (CSV oder XLSX). In manchen Fällen ist eine direkte Datenbankanbindung möglich, die aber technisches Know-how voraussetzt.

Manuelle und tabellenbasierte Quellen

Excel-Tabellen, Google Sheets, CSV-Dateien oder manuell gepflegte Listen sind in fast jedem Unternehmen vorhanden. Sie sind flexibel, aber fehleranfällig: Keine automatische Aktualisierung, keine Versionskontrolle, keine einheitlichen Definitionen. Dennoch bleiben sie für viele Datenpunkte zunächst die einzige Quelle – etwa für Budgetplanung, Personalzuordnung oder Zielwerte.

Öffentliche und externe Daten

Marktdaten, Branchenbenchmarks, Wettbewerbsinformationen oder öffentliche Statistiken können BI-Analysen ergänzen. Sie werden meist manuell recherchiert und als Datei importiert, seltener über Schnittstellen eingebunden.

Die Problematik hinter Datensilos

Ein Datensilo entsteht, wenn ein System Informationen speichert, die andere Systeme oder Abteilungen nicht nutzen können. Das passiert selten bewusst, meistens fehlen Planung, Absprache und Dokumentation.

Es passiert, weil Marketing ein eigenes Analytics-Tool hat, der Vertrieb sein CRM pflegt, die Buchhaltung in einer separaten Software arbeitet und einzelne Teams ihre Zahlen in Tabellen organisieren.

Fakt

Über 87 % der Organisationen kämpfen mit voneinander getrennten Datenquellen, die zu Ineffizienzen bei Entscheidungen und Abläufen führen.

Quelle

Die Folgen sind konkret:

  • Berichte widersprechen sich, weil Abteilungen unterschiedliche Definitionen verwenden.
  • Kennzahlen werden manuell zusammengetragen, was Zeit kostet und Fehler begünstigt.
  • Entscheidungen basieren auf Teilinformationen, weil niemand die vollständige Sicht hat.

Die Problematik der Datensilos kann bereits bei dem Einsatz weniger Softwareprodukte entstehen, die keine gemeinsame Datenbasis nutzen.

Ohne Strategie wächst das Problem schnell weiter. Unternehmen aller Größen nutzen heute zahlreiche Anwendungen, von denen nur ein Bruchteil miteinander verbunden ist.

Der erste Schritt, um Silos aufzulösen, ist eine Bestandsaufnahme: Welche Daten gibt es, wo liegen sie und wer nutzt sie?

Die Vorteile einer zentralen Dateninfrastruktur

Ein System, in dem alle relevanten Daten zusammenfließen, gespeichert und für Analyse zugänglich sind. Moderene Business Intelligence Lösungen bieten genau das.

Einmalig aufgesetzt werden die Daten automatisiert in die BI-Lösung übertragen. Durch Vorlagen für professionelle Dashboards sind sie in wenigen Klicks als interaktiv aufbereitet, zugänglich und teilbar.

So können Geschäftsführung, Management und Mitarbeiten Einblick in die für sie wichtigen Daten erhalten. Rollenverwaltung sorgt dafür, dass nur die gewünschten Personen Zugriff haben.

Das bringt potenzielle Vorteile mit sich:

  • Eine gemeinsame Datenbasis schafft ein gemeinsames Verständnis.

  • Daten nicht mehr manuell exportiert, kopiert und zusammengeführt werden. Die gewonnene Zeit steht für Analyse und Entscheidung zur Verfügung.

  • Wer auf aktuelle, vollständige Daten zugreifen kann, trifft bessere Entscheidungen. Entscheidungen werden zuverlässiger und schneller.

  • Neue Datenquellen lassen sich einer bestehenden Infrastruktur deutlich einfacher hinzufügen als einem Netz aus Einzeltabellen.

Wie eine zentrale Datenbasis technisch und organisatorisch aufgebaut wird – von der Architekturentscheidung bis zum Rollenmodell – ist ein eigenes Thema und wird getrennt behandelt.

Dateninventar erstellen: Bestandsaufnahme in vier Schritten

Bevor Datenquellen verbunden werden, braucht es Klarheit darüber, welche Daten existieren, wo sie liegen und welche Priorität sie haben.

Ein Dateninventar schafft diese Übersicht. Es ermöglicht aus einer unübersichtlichen Datenlandschaft eine strukturierte Integrationsstrategie abzuleiten.

Schritt 1: Datenquellen auflisten

Gehe alle Abteilungen und Prozesse durch und erfasse, welche Softwaresysteme und manuellen Quellen genutzt werden. Ziel ist eine vollständige Liste.

Neben den Abteilungsleitungen, sollten auch Mitarbeitenden, die täglich mit den Daten arbeiten einbezogen werden.

Häufig existieren Quellen, die zentral nicht bekannt sind: eine im Team verwaltete Tabelle, ein Reporting-Dashboard im Newsletter-Tool oder ein manuell gepflegtes Tracking im Vertrieb.

Schritt 2: Daten den Geschäftszielen zuordnen

Nicht jede vorhandene Datenquelle ist gleich wichtig. Ordne jede Quelle einem konkreten Geschäftsziel oder einer Entscheidung zu. Daten, die keiner regelmäßigen Entscheidung dienen, haben niedrige Priorität.

Die Fragen lauten:

  1. Welche Entscheidungen werden heute auf Basis unvollständiger Informationen getroffen.
  2. Welche Datenquellen liegen vor und sollten in Prozesse einbezogen werden?

Schritt 3: Geschäftsnutzen, Priorität und Verfügbarkeit in einer Übersicht zusammenführen

Die Ergebnisse werden in einer Übersicht zusammengeführt. Folgende Tabelle zeigt ein Beispiel:

AbteilungThemaSystemGeschäftszielKritikalitätIntegrationsmöglichkeitWichtige Kennzahlen
MarketingWebsite-TrafficGoogle AnalyticsMarketing-ROIHochAPI / KonnektorSitzungen, Verweildauer, Conversion Rate
MarketingKampagnendatenGoogle AdsMarketing-ROIHochAPI / KonnektorKlicks, CPC, ROAS, Conversions
MarketingSocial-Media-KPIsDiverse PlattformenReichweite, EngagementMittelAPI / KonnektorImpressionen, Interaktionen, Follower
VertriebKundendatenCRM (z. B. HubSpot)Vertrieb, RetentionHochAPI / KonnektorLeads, Abschlussquote, Pipeline-Wert
FinanzenUmsatzdatenBuchhaltungssoftwareFinanzenHochExport (XLSX/CSV)Umsatz, Kosten, Deckungsbeitrag
E-CommerceBestelldatenShop-SystemE-CommerceHochAPI / KonnektorBestellungen, Warenkorbwert, Retourenquote
GeschäftsführungBudgetplanungExcelPlanungMittelManueller UploadSoll/Ist, Budgetauslastung

Das Dateninventar sollte als lebendes Dokument gepflegt werden. Es wächst mit dem BI-Prozess und wird regelmäßig aktualisiert, wenn neue Datenquellen hinzukommen oder bestehende wegfallen.

Es ist zugleich ein zentraler Baustein der BI-Strategie (siehe BI-Strategie entwickeln).

Datenstruktur und Schema-Zuordnung

Eine typische Datenstruktur besteht aus Dimensionen und Metriken. So werden die Metriken (z.b. Umsätze und Kosten) Dimension (z.B. Zeit oder Kostenstelle) zugeordnet.

Jede Datenquelle liefern ihre Informationen in ihrem eigenen Schema. Social Media Plattformen stellen ganz andere Daten bereit als ein CRM System. Moderne BI-Lösungen sind in der Lage, Daten im Originalformat entgegenzunehmen, abzuspeichern und produktiv nutzbar zu machen.

Automatisierte Zuordnung ermöglicht es individuelle Datensätze sofort zu visualisieren, ohne dass die eigenen Daten und Schema an die BI-Lösung angepasst werden müssen.

Moderne BI-Lösungen sind in der Lage, Daten im Originalformat entgegenzunehmen und abzuspeichern, das gilt auch für Datensätze welche sich nicht so einem typischen Schema zuordnen lassen, z.B. aus qualitativen Interviews oder sonstige Textbasierte Datensätze.

Fazit

Die Reihenfolge entscheidet. Wer sofort Dashboards baut, ohne vorher Quellen zu inventarisieren und Strukturen zu klären, baut auf Sand. Wer monatelang plant, ohne erste Daten zu verbinden, verliert den Anschluss.

Der pragmatische Weg liegt dazwischen: Ein Dateninventar aufsetzen, die drei bis fünf wichtigsten Quellen identifizieren, die ersten Verbindungen einrichten und daraus ein erstes funktionierendes Dashboard bauen.

Alle Daten. Ein System.

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Sandbank ist eine All-in-one Datenplattform für das Speichern, Strukturieren und Visualisieren von Daten. EU-Standards in Sicherheit und Datenschutz, intuitive Bedienung und optimiert für die Arbeit in Teams.

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Paul Zehm

Gründer von Sandbank